Heidekurier vom 05.12.2010
Soltauer Jugendliche veröffentlichen eigene Hip-Hop-CD
SOLTAU (mk). Mit dem „Ghettoblaster“ in der Hand eilt Jürgen Heusler am vergangenen Donnerstagnachmittag in die Jugendfreizeitstätte Soltau. Der Leiter der Heidekreis- Musikschule stellt die transportable Musikanlage auf einen Stuhl und holt eine CD aus der Tasche. „HipHop-Projekt Soltau“ ist auf dem Cover zu lesen. Die rund 20 Jugendlichen aus der Böhmestadt, die sich bereits im Sitzungsraum des
Jugendzentrums versammelt haben, kennen das, was gleich zu hören sein wird, zum Teil bereits. Sie vertreten die Gruppen, die die Texte für die auf der Scheibe enthaltenen Songs geschrieben haben und die Titel unter der Regie von Heusler
und mit Unterstützung der Hannoveraner „Hip-Hop-Profis“ Michael Keller und Kristofer Buß in einem Tonstudio aufgenommen haben. Die CD ist ab sofort in Soltau erhältlich.
„Rund 100 jugendliche Teilnehmer waren bei dem Projekt dabei. Zählt man Betreuer, Lehrkräfte und weitere Helfer hinter den Kulissen hinzu, waren etwa 140 Mitwirkende beteiligt“, erklärt Heusler und drückt die Play-Taste der Anlage, um die insgesamt
sechs Titel anzuspielen. Zunächst ist die Stimme des SPDBundestagsabgeordneten
Lars Klingbeil zu hören. Er spricht ein kurzes Grußwort, hatte er doch die Schirmherrschaft
über das von Heidekreis-Musikschule, Jugendfreizeitstätte und Stadtjugendpflege initiierte Projekt übernommen.
„S.O.L.T.A.U.“ heißt der erste Titel, der aus den Lautsprechern schallt. Vorgabe der Projektinitiatoren war es, daß die Jugendlichen Texte schreiben, die einen Bezug zur Böhmestadt beziehungsweise zu ihrem Leben in Soltau haben. Oktay Tay rappt zur
Musik von Jürgen Heusler über die Stärken und Schwächen seiner Heimatstadt.
„Hier ist der Bordstein noch Bordstein, die Skyline nicht am glänzen.
Keine Schlachten auf der Straße, die Gewalt hält sich in Grenzen“, heißt
es in dem Song. Das dürfte als Anspielung auf den Titel „Von der Skyline
zum Bordstein zurück“ des deutschen Hip-Hop-Stars „Bushido“ zu verstehen sein. Geht „S.O.L.T.A.U.“ mit live eingespielten Instrumenten musikalisch gut nach vorn und erinnert
ein wenig an den Hit „M.f.G.“ der Gruppe „Die Fantastischen Vier“, so ist der zweite Titel eine ruhige Ballade (Musik: Jürgen Heusler, Songprogrammierung: Michael Keller) über eine
Trennung, gesungen von Yi Ling Ching. Den Rap-Part steuerte Domenic Ross bei. „Schritte gegen Tritte“ heißt der dritte Song der CD, der aus einem Präventionsprojekt hervorgegangen ist. Den Text zum Thema Gewalt haben Tabea Blase und Louisa Salzmann geschrieben. Zur Musik des Tonstudiobetreibers Michael Keller rappte die Klasse 8F2 des
Soltauer Gymnasiums. Dann ist der Titel „Zeit ist Geld“ von Domenic Ross und Oktay Tay zu hören. Zur Musik von Michael Keller und mit Unterstützung des Gastrappers Kristofer Buß, der die Jugendlichen im Rahmen des Projektes beim Texten begleitet hatte, greifen sie Themen wie Jugendkriminalität und Drogenkonsum auf und appellieren an ihre Zuhörer,
etwas aus ihrem Leben zu machen: „Ich geb’ den Kindern einen guten Rat, nehmt die Schule wahr, bildet Euch und lebt jeden guten Tag.“ Einen außergewöhnlichen Titel hat die Klasse 8L1 des Soltauer Gymnasiums aufgenommen: „Ceterum censeo vitam esse vivendam“ heißt er. Die Schüler rappen zur Musik von Michael Keller in lateinischer Sprache, wobei sie die Übersetzung jeweils in der folgenden Liedzeile nachliefern. Im Text geht es um das Schulleben und darum, wohin die Reise nach dem Abschluß wohl gehen wird. Im letzten Titel des Albums ist der Name Programm: „Heide-Park“ heißt er und stammt von Schülern der Soltauer Pestalozzischule. Im Text von Sozdar Kacar, Benjamin Taplick und Fynn Constien geht es darum, wie die Attraktionen des Freizeitparks bei den Jugendlichen ankommen. Auch die Gestaltung des Covers haben Schüler übernommen. Damit beschäftigte sich der Wahlpflichtkurs 9 der Realschule, wobei aus mehreren Vorschlägen letztlich ein Motiv ausgewählt wurde. Alle beteiligten Jugendlichen können stolz sein auf das, was sie in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. Weil beim Projekt weit mehr Teilnehmer mit von der Partie waren, als zunächst vorgesehen, war die Koordination
des Ganzen nicht immer nicht immer einfach, berichtet Heusler. Aber: „Was ich ganz toll fand, war, daß es immer einen Weg gab, sich zu einigen. Jede Gruppe hat hier Lösungen
gefunden“, so Heusler. Mit dem Ergebnis ist er sichtlich zufrieden: „Die Unterschiede der einzelnen Songs finde ich sehr interessant. Es ist ein bunter Mix der Ansichten von
Jugendlichen aus Soltau.“ „Es hat viel Spaß gemacht“, betont Stadtjugendpflegerin Marion Kreutzer.„Für die Jugendlichen war es viel Arbeit. Manchmal mußten sie auch kleine Rückschläge hinnehmen. Es ist bemerkenswert, was letztlich dabei herausgekommen ist.“ Jugendliche aus den verschiedensten sozialen Schichten hätten sich beteiligt. „So ein Projekt verbindet“, so Kreutzer. Auch Elke Lindhorst, Leiterin der Jugendfreizeitstätte, ist begeistert vom Talent der involvierten Jugendzentrums-Besucher, die von Beginn an engagiert dabei gewesen seien. Rund 8000 Euro kostete das Hip-Hop-Projekt, das vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der Robert-Bosch-Stiftung, der Kreissparkasse
Soltau und vom Kreispräventionsrat Soltau-Fallingbostel unterstützt wurde. „Durch eine
großzügige Spende der Kfz-Innung gibt es nun die Möglichkeit, ein transportables Tonstudio zu beschaffen, daß die Heidekreis-Musikschule verwalten wird. So hat das Projekt Nachhaltigkeit erreicht und wir können künftig da weitermachen, wo wir aufgehört haben“, freut sich Heusler Am vergangenen Freitag stellten alle Beteiligten ihre CD bei einer „Release-Party“ in der Aula des Gymnasiums öffentlich vor. Dabei zeigten auch Teilnehmer des parallel laufenden Hip-Hop-Tanzprojektes ihr Können. Die CD ist in einer Auflage von
500 Exemplaren erschienen und ab sofort bei der Buchhandlung Hornbostel, bei der Soltau-Touristik, im Musikgeschäft Leudolph, im Jugendzentrum und bei der Heidekreis-Musikschule erhältlich.
Die CD kostet 5 Euro und kann für einen Versankostenanteil von 1,45 Euro von der Musikschule auch verschickt werden.
Hip Hop CD-Hörprobe Prolog
Hip Hop CD-Hörprobe S.O.L.T.A.U
Böhme Zeitung vom 10.04.2010
100 Musiker mit "Frühlingsgefühlen"
Konzert der Heidekreis-Musikschule
Bad Fallingbostel. Zu einem Konzert in der Aula der
Hermann-Löns-Grundschule in Bad Fallingbostel lädt die
Heidekreis-Musikschule für Sonnabend, 17. April, ab 17 Uhr ein. Rund 100
Teilnehmer aus verschiedenen Ensembles wollen einen bunten
Melodienreigen gestalten, der unter dem Motto „Frühlingsgefühle“ steht.
Mit Musik von Klassik bis Jazz ist sicher für jeden Musikgeschmack etwas
dabei. Gemeinsames Musizieren in
Gruppen ist ein fester Bestandteil der Arbeit einer öffentlichen
Musikschule wie der Heidekreis- Musikschule und für die Schüler
kostenfrei. Die Ensembles bestehen aus Schülerinnen und Schülern des
gesamten Landkreises Soltau-Fallingbostel und präsentieren das breite
musikalische Spektrum der Schule. Alle Teilnehmer haben sich mit großem
Engagement vorbereitet und freuen sich auf ein interessiertes Publikum.
Mitwirkende Ensembles: Blasorchester, Gitarrenensemble,
Streichorchester, Tangogruppe, zwei Querflötenensembles,
Percussionensemble, Big Band.
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
Böhme Zeitung vom 18.03.2010
Kisters und Cortemme zum Bundesentscheid
Große Erfolge bei "Jugend musiziert"
Soltau/Munster/Osnabrück. Die Soltauerin Julia Kisters
(Klavier) und der Munsteraner Moritz Cortemme (Tuba)
haben jetzt als Duo beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“
in Osnabrück einen 1. Preis erlangt. Mit 24 von möglichen
25 Punkten erhielten sie eine hervorragende Bewertung und werden zum Bundeswettbewerb weitergeleitet, der vom 21. bis 29. Mai in Lübeck stattfindet. Die beiden Preisträger, die in der Altersgruppe 19 bis 21 Jahre angetreten waren, spielten von
Alexej Lebedjew (1924-1993) das Konzert Nr. 1 - Andante cantabile und von Ernst-Thilo Kalke (1924) das Concertino in F - Allegro, Giocoso, Allegro. Die musikalische Jugend aus Nieder- sachsen präsentierte sich im Hause des Osnabrücker Instituts
für Musik und der Musik- und Kunstschule. Die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer im Alter von 11 bis 21 Jahren beeindruckten insgesamt 67 Juroren durch ihr spielerisches Können und ihre Musikalität. Von 466 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Solowertungskategorien Violine, Viola, Violincello, Kontrabass,
Akkordeon, Percussion, Mallets, Pop-Gesang; In der Ensemblewertung: Duo: Klavier und ein Blasinstrument,
Klavier Kammermusik, Vokal-Ensemble, Zupf-Ensemble, Harfen-Ensemble und Alte Musik wurden 153 zum Bundeswettbewerb nach Lübeck weitergeleitet. 32 junge Musizierende haben mit überragendem Erfolg teilgenommen und erhielten 25 Punkte für ihren Vortrag. Die Preisträger des 47. Landeswettbewerbs
in Niedersachsen werden in vier Preisträger-Konzerten in Osnabrück am 17. April, in Otterndorf am 25. April, in Hannover am 2. Mai und und in einem Drei-Länderkonzert in Bossard am 9. Mai Ausschnitte aus ihrem Wertungsprogrammen präsentieren.
Böhme Zeitung vom 03.03.2010
Interesse an Gitarren-AG hat
Initiatorin überrascht
Neuenkirchen: Musikangebot
stößt auf unerwartet große Resonanz
Neuenkirchen. Die Resonanz hat Heidrun Keding-Peiser nach eigener
Aussage „unheimlich
erstaunt“. Bei einer Umfrage unter den Dritt- und Viertklässlern, ob
Interesse am Erlernen des Gitarrespielens in Arbeitsgemeinschaften
bestehe, erntete die Konrektorin der Neuenkirchener Schule ein
unerwartet starkes Echo. Von den rund 120 angesprochenen Grundschülern
war ein
Drittel gewillt, den Griff in die Saiten methodisch zu erlernen. Zwei
Dutzend sind jetzt in zwei
AGs jeweils eine Stunde pro Woche dabei. Das Bestreben, „der Musik einen
Platz zu schaffen“ an der Schule, „sie ranzubringen an die Kinder“, gab
laut Keding-Peisers den Anstoß zu dieser
Initiative, die die Schule allerdings nicht allein umsetzen kann. Denn
Musik fristet an der
Schule im Sticht, wie fast überall, eher ein Dasein am Rande des
Stundenplans.
Einzige Musiklehrerin
Die Konrektorin ist die einzige ausgebildete Musiklehrerin, aber auch
als Klassenlehrerin
gefordert. Im Grundschulbereich unterrichten die Klassenlehrer Musik im
Rahmen ihrer
Möglichkeiten. Im Sekundarbereich ab Klasse 5: Fehlanzeige. Ein
Silberstreif: Zwei Kolleginnen
nehmen an einer Schulung teil, nach deren Abschluss sie Musik neben
ihren regulären
Fächern geben können. Als Kooperationspartner für die AGs hat die
Konrektorin die Heidekreis-Musikschule gewonnen. Seit Beginn dieses
Schulhalbjahrs führt Lehrer Alexander Heinze von der Musikschule montags
zwölf Viertklässler sowie mittwochs ein Dutzend Mädchen und Jungen
aus den dritten Klassen an das Gitarrespielen heran. Zehn Euro pro Monat
müssen die Eltern dafür berappen. Zehn Instrumente sind angeschafft
worden, bezahlt je zur Hälfte aus Verfügungsmitteln
der Schule und einem Zuschuss des Schulfördervereins. Auch bei den
„Großen“ stieß das Angebot auf Interesse. Zehn Mädchen aus der 10.
Realschulklasse haben sich ebenfalls zu einer AG zusammengetan, um das
Gitarrenspiel zu üben – obwohl, wie Keding-Peiser erläutert, „sie jetzt
schon den Kopf mit dem bevorstehenden Abschluss voll haben“. Und selbst
aus dem Lehrerkollegium haben sich 13 Pädagogen zusammengefunden, um
unter Anleitung den Griff in die
Saiten zu erlernen – darunter auch die Konrektorin, die bei sich
Nachholbedarf sieht. Demnächst wollen sich die Musiker vor ein Publikum
wagen. Beim traditionellen Frühlingsbegrüßen
soll es schulintern Kostproben des Erlernten geben. „Wir hoffen, dass es
sich hält und mehr wird“, möchte Heidrun Keding-Peiser, dass mehr
bleibt als ein Strohfeuer. Die Aussichten sind nicht schlecht:
Organisiert von einer Mutter, sind von den Eltern bereits 14 Gitarren
geordert worden, mit
denen die Grundschüler ihr Können zu Hause vertiefen sollen. Im
kommenden Schuljahr soll es eine Keyboard-AG für die Klassen 5 und 6
geben. Für die Musikschule gehört diese Form der Zusammenarbeit zum
Tagesgeschäft und hat sich laut Leiter Jürgen Heusler bewährt. Etwa 20
Kooperationen mit Bildungseinrichtungen gibt es verteilt über das
Kreisgebiet mit Schulen und Einrichtungen wie der Lebenshilfe. Um
sicherzustellen, dass die Teilnahme an der AG und damit
der Zugang zur Musik im Einzelfall nicht am Geld scheitert, sind
Sponsoren willkommen
Böhme-Zeitung vom 06.02.2010
Hip-Hop-Projekt beginnt
Jugendzentrum, Stadt und Musikschule kooperieren: Jugendliche dürfen CD
produzieren
Soltau. In einer erstmaligen Kooperation der Jugendpflege der Stadt
Soltau, der
Jugendfreizeitstätte und der Heidekreis-Musikschule setzen die
Beteiligten neue Maßstäbe in der Jugendarbeit und planen ein
Hip-Hop-Projekt für Jugendliche ab 14 Jahren. Die Projektteilnehmer
haben dabei die Möglichkeit, eigene Musikstücke aufzunehmen und
anschließend in einem professionellen Tonstudio in Hannover davon eine
eigene CD zu produzieren. Hip-Hop ist eine Musikrichtung mit Wurzeln in
der schwarzen Funk- und Soul-Musik. Charakteristisch dafür ist der
Sprechgesang, der Rap.
Als Partner haben die Organisatoren, die von der Kreissparkasse Soltau
finanziell unterstützt werden, Profis aus dem Hip-Hop-Bereich
verpflichtet. Der 1983 geborene Kristall, mit bürgerlichem Namen
Kristofer Buß, studiert derzeit Sport und
Mathematik in Hildesheim und schreibt seit mehr als zehn Jahren Texte
für Hip-Hop. Gemeinsame mit seinem Produzenten Michael Keller alias
Michael Beatman aus Hannover-Laatzen will er die Jugendlichen in Soltau
anleiten. Idee beim Gespräch
„Die Idee zum Projekt kam bei Geprächen zwischen der
Heidekreis-Musikschule, dem
Jugendzentrum und der Stadtjugendpflege auf“, so Musikschulleiter Jürgen
Heusler. „Wir wollten eine Aktion beginnen, die Jugendliche anspricht,
die sonst nicht zu uns in die Schule kommen. Und Hip-Hip vertritt diese
Klientel am besten.“ Die bei dem Projekt – die Teilnahme für die bis zu
30 Jugendlichen ist kostenlos – erarbeiteten
Liedertexte sollen einen Bezug zum Lebensumfeld Soltau haben, so die
einzige
Bedingung. Starttermin ist am Sonnabend, 6. März, um 13 Uhr in der
Jugendfreizeitstätte Soltau. Nähere Information gibt es dort und über
Tel. 14446.
Die Jugendlichen arbeiten in kleinen Gruppen jeweils einen Titel in rund
fünf Wochenende aus. Die Produktion im Studio soll im Frühherbst
erfolgen. 500
CDs sollen zunächst angefertigt werden – dasWerk wird in einer
Präsentationsparty der Öffentlichkeit vorgestellt. Wenn sich mehr als 30
Teilnehmer melden,
gibt es ein zusätzliches Tanzprojekt. Gute Alternative „Es ist gut, dass
das Projekt in
Soltau jetzt stattfindet“, so Bürgermeister
Wilhelm Ruhkopf beim Pressegespräch am Freitagmittag. „Gerade jetzt,
wenn
junge Menschen bei Deutschland sucht den Superstar wieder
verantwortungslos vom Fernsehsender vorgeführt werden, bietet sich dazu
eine sehr gute Alternative.“